Manchmal brauche ich einfach einen Tapetenwechsel und möchte verreisen, ohne dass es immer gleich ein Urlaub sein muss. Das wunderbare an meinem Job: Ich kann ihn von überall aus machen. Meetings können online stattfinden und außer Internet und meinem Laptop brauche ich nicht viel.
Gerade bin ich für 2 Wochen in Frankreich und arbeite in Coworking Spaces, Cafés und Hotels. Der Sonnenschein, das ständige Französisch-Hören, die wunderbare Architektur und Kunst hier laden meine Batterien wieder auf.
💻🏝️ Aber kann man wirklich einfach den Laptop einpacken, woanders wieder aufklappen und loslegen? Die Frage nach der Vorbereitung so einer Reise kam immer wieder und natürlich habe ich einige Vorkehrungen getroffen, damit hier alles glatt läuft.
In diesem Beitrag erfährst du, wie du dich auf Reisen oder bei der Remote Arbeit schützt und sicher von überall aus arbeitest.
Internetverbindung: Offene oder unsichere WLAN-Netzwerke?
Zum Arbeiten brauchen wir natürlich WLAN, aber können wir uns wirklich bedenkenlos in jedes Netz einwählen? Nicht selten gibt es komplett offene Netzwerke ohne Passwortschutz. Manchmal ist das Passwort der Name des Cafés und damit kein wirklicher Schutz. Eine Einladung für Hacker, die alles lahmlegen?
🏰 WLAN-Netzwerke kannst du dir vorstellen wie eine Stadt, die von Stadtmauern umgeben ist. Mittelalter und so ;-). Die Stadtmauern können offen stehen oder bewacht werden. Wenn jemand mit bösen Absichten in die Stadt gelangt, hast du immer noch dein Haus, das dich schützt. Natürlich ist es gut, wenn die Mauern gar nicht erst überwunden werden können. Aber dein Haus kannst du trotzdem individuell schützen. Also keine Panik!
🔐 Das kannst du tun, um sicher im Netz zu surfen:
- Nutze am besten passwortgeschützte Netzwerke, die vertrauenswürdig sind
- Für zusätzlichen Schutz kannst du ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) nutzen, das sich dann als besonders geschützter Port mit dem offenen Netzwerk verbindet
- Deaktiviere die automatische Verbindungen zu WLAN-Netzwerken in deinen Einstellungen, um immer die Kontrolle über Verbindungen zu behalten
- Benutze nur Websites, die SSL-verschlüsselt sind. Diese erkennst du am https. Tauscht du Daten mit diesen Websites aus, sind diese immer verschlüsselt und daher gegen Angriffe geschützt. Auch deine Mails sollten mit SSL oder TLS verschlüsselt sein – dann kann kaum etwas schief gehen!
Schutz vor physischem Zugriff
Eins der größten Risiken ist wahrscheinlich, dass dein Laptop gestohlen wird. Lass deine Geräte am besten nie unbeaufsichtigt oder frage Personen um dich herum, ob sie ein Auge darauf werfen können. Es ist immer gut, ein bisschen vorsichtiger zu sein. Wenn der Worst Case doch eintritt, ist es aber extrem wichtig, jeglichen Zugriff auf deine gestohlenen Geräte zu verhindern.
🔐 Das kannst du tun, um deine Daten zu schützen, wenn deine Geräte gestohlen werden:
- Bewahre zusätzliche Speichermedien, beispielsweise externe Festplatten, sicher auf, sodass nie alles gleichzeitig abhanden kommt
- Aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für wichtige Online-Konten. Dadurch wird beim Einloggen ein zweiter Bestätigungsschritt nötig, z. B. ein Code, der an dein Smartphone gesendet wird
- Aktiviere die automatische Bildschirmsperre, sodass dein Gerät automatisch gesperrt wird, wenn du es eine Weile nicht verwendest
- Durch eine Festplattenverschlüsselung bleiben deine Daten geschützt und verschlüsselt, wenn dein Gerät verloren geht
Regelmäßige Backups deiner Daten
Backups solltest du immer regelmäßig durchführen. Datenverlust kann wirklich verheerend für dein Business sein. Und besonders, wenn du im Ausland arbeitest und vielleicht keinen direkten Zugriff auf einzelne Ressourcen hast, sind Backups unerlässlich.
🔐 So schützt du deine Daten mit Backups:
- Erstelle regelmäßige Backups in der Cloud oder auf externen Festplatten. Die Backups sollten nicht am selben Ort wie deine übrigen Daten liegen, denn wenn die aus irgendeinem Grund verloren gehen, sind auch deine Backups futsch
- Nutze am besten automatische Backup-Lösungen und überprüfe regelmäßig, ob sie auch wirklich alle Daten speichern
- Überprüfe, ob deine Backups verschlüsselt sind
Sichtschutz für deinen Bildschirm
Je nachdem, in welchem Bereich und mit welcher Art von Kunden du arbeitest, möchtest du vielleicht nicht, dass jeder einen Blick auf deinen Bildschirm werfen kann. Um neugierigen Sitznachbarn zu trotzdem oder – was natürlich viel wichtiger ist – die Daten deiner Kunden zu schützen, hilft ein Datenschutzfilter für den Laptop oder das Handy. Das ist eine Klebefolie, die den seitlichen Blick auf deinen Bildschirm unmöglich macht. Der Betrachter sieht dann nur einen dunklen Bildschirm und du kannst in Ruhe mit sensiblen Daten und Inhalten hantieren.
📱 Die Klebefolien bekommst du schon ab 25€ für jede Bildschirmgröße.
Nur aktuelle Software ist sichere Software
Selbst wenn du im Urlaub bist, die Hacker sind es sicher nicht. Software-Updates sollten immer durchgeführt werden, denn hier können Sicherheitslücken ausgenutzt werden, die auch Zuhause deine Systeme lahmlegen würden. Aber unterwegs kannst du diesen Stress erst recht nicht gebrauchen. Software-Updates enthalten oft wichtige Sicherheitspatches, die Ihre Geräte vor neuen Bedrohungen schützen können.
🔐 Das kannst du tun, um sicherzustellen, dass deine Software aktuell ist:
- Aktiviere automatische Updates für dein Betriebssystem und deine Software
- Überprüfe regelmäßig manuell auf verfügbare Updates und installiere diese zeitnah
Sichere Passwörter verwenden
Die absolute Schwachstelle Nummer 1: unsichere Passwörter. Starke, einzigartige Passwörter sind der erste Schutzwall gegen unerlaubten Zugriff auf Daten.
🔐 So schützt du dich durch sichere Passwörter:
- Verwende möglichst komplexe Passwörter, die Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten
- Nutze Passwort-Manager, um deine Passwörter sicher zu verwalten und zu generieren
- Ändere deine Passwörter regelmäßig und verwende für jeden Dienst ein unterschiedliches Passwort
Geografische Standortdienste und Bluetooth
Eine Gefahrenquelle stellen außerdem geografische Standortdienste und Bluetooth dar. Vor allem im Urlaub und an unbekannten Orten lässt man diese gerne mal im Hintergrund laufen, um jederzeit Orte zu finden. Wenn diese Dienste gerade nicht benötigt werden, solltest du sie aber lieber deaktivieren. Genaue Standortdaten und Bluetooth-Verbindungen können Angriffspunkte darstellen. Hier ist es wirklich sinnvoll, sich mit den Datenschutzeinstellungen auseinanderzusetzen.
Bluetooth-Angriffe können vor allem stattfinden, wenn Passwort oder PIN für das Pairing unsicher sind. Auch hier gilt also dasselbe wie für alle anderen Passwörter!
Solche Angriffe können verschiedene Formen annehmen und unterschiedliche Ziele verfolgen, darunter das Abhören von Daten, das Ausführen von Schadcode oder das Übernehmen der Kontrolle über das angegriffene Gerät.
🔐 Das kannst du tun, um dich zu schützen:
- Deaktiviere Bluetooth und geografische Standortdienste, wenn sie nicht benötigt werden, insbesondere an öffentlichen Orten
- Verwende starke, eindeutige PINs oder Passwörter für das Pairing von Geräten
- Aktualisiere regelmäßig die Software deiner Bluetooth-fähigen Geräte
- Vermeide das Pairing mit unbekannten oder nicht vertrauenswürdigen Geräten
- Überprüfe die Sicherheitseinstellungen und konfiguriere sie entsprechend deiner Bedürfnisse
- Verwende am besten zusätzliche Sicherheitssoftware und Firewalls, die Bluetooth-Schutz bieten
Fazit
Egal, ob du digitaler Nomade werden möchtest oder einfach ab und zu an anderen Orten arbeitest – mit ein bisschen Vorbereitung und dem richtigen Setup schützt du deine Daten und deine Geräte, wo auch immer du gerade bist.
Um auf deiner Reise noch mehr Freizeit zu haben, schau dir meinen Beitrag zu zusätzlichen digitalen Einnahmequellen für Dienstleister an. Damit kannst du Geld verdienen, während du deinen Urlaub genießt.